Stand:2006

Wir über uns

Im Frühjahr 1961 wurde auf einer Feuerwehrversammlung von einigen jüngeren Kameraden der Vorschlag gemacht, in Talkau einen Spielmannszug zu gründen. Nach näherer Befragung meldeten sich aus den Reihen der Feuerwehr acht Kameraden. Es wurde beschlossen, mit dem Musiker Hermann Flindt aus Niendorf Kontakt aufzunehmen. Herr Flindt machte den Kameraden klar, dass zur Gründung eines Spielmannszuges mindestens 20 Leute gehören. Man solle sich im Ort umhören, ob nicht noch einige Mitglieder gewonnen werden könnten. Es meldeten sich auch tatsächlich vier Kameraden.
Am 1.10.1961 wurde unser Musikzug von folgenden Kameraden gegründet: Adolf Brügmann, Heinz Domnik, Herbert Baumgarten, Hans Reimers, Hans-Uwe Fuhlendorf, Karl Brügmann, Otto Möller, Dieter Arning, Alfred Geske, Franz Joachim Schmidt, Johannes Mannshardt und Uwe Reimers.
Die Ausbildung wurde Hermann Flindt aus Niendorf übertragen. Die Ausbildungskosten von DM 50,-- im Monat wurden aus der Feuerwehrkameradschaftskasse bezahlt. Der Beitrag wurde auf DM 2,-- per Monat angehoben. Zum Kauf der ersten gebrauchten Instrumente wurden DM 500,-- aus der Feuerwehrkasse zur Verfügung gestellt. Den gleichen Betrag spendete die Gemeinde.
Unsere ersten Instrumente waren zwei Tenorhörner, zwei Althörner, eine Trompete und ein Flügelhorn. Geübt wurde einmal wöchentlich in der Küche der Gaststätte Flindt. Es übten immer jeweils zwei Kameraden umschichtig auf einem Instrument. Wir alle waren blutige Laien, keiner von uns hatte schon einmal auf einem Musikinstrument geblasen. Notenkenntnisse hatten wir auch keine. So manch einer brach sich beim Üben der Tonleiter fast die Finger. Hermann Flindt verdiente sich so manche Zigarre für falsch gespielte Töne von uns.
Im Frühjahr 1962 unterrichtete Hermann Flindt auch schon die erste Jugendgruppe. Nach einem Jahr intensiven Übens war es dann so weit: Wir konnten zwei Märsche und den Maiwalzer. Es wurde ein großer Gummiwagen mit Birkengrün geschmückt, es kamen Bänke auf den Wagen, ein Trecker wurde vorgespannt und die Kapelle fuhr zu ihrer ersten Maitour über die Dörfer. Am Ende der Tour hatte so mancher doch leichte Probleme, heil vom Wagen herunterzukommen.
So um 1967 bekam der Musikzug unverhoffte Verstärkung. Die Feuerwehrkapelle Fuhlenhagen hatte sich aufgelöst. Fünf Bläser schlossen sich unserem Musikzug an. Jetzt konnten wir die ersten führenden Stimmen doppelt besetzen. Es stellte sich auch bald der Erfolg unserer guten Jugendausbildung ein. 1969 war der Musikzug schon auf 20 Mann angewachsen. Zu diesem Zeitpunkt waren wir viel in Niedersachsen zu den Eröffnungen der EDEKA-Läden unterwegs.
1973 verstarb unser erster Ausbilder Hermann Flindt. Seine Nachfolge trat Walter Bludau aus Ratzeburg an. Bei Walter mussten wir Noten lernen. Vorbei war es, nach Griffen zu üben. Die Musikstücke wurden moderner und unsere Auftritte wurden mehr.
1981 fing eine neue Epoche für uns an; die ersten Mädchen hielten Einzug in unsere Kapelle. Heute können wir nur sagen, was wären wir ohne unsere Mädchen. Das Holzregister haben sie fest in ihrem Griff. Technisch spielen sie uns in Grund und Boden.
Von 1982 bis 1984 übernahm Herr Thöne unsere Ausbildung. Er war ein exzellenter Trompeter. Von Anfang 1985 bis Ende 1990 war Gerold Lütjens unser Ausbilder. Unvergessen ist das erste Konzert, das er mit uns einübte und unser Musikerfest 1986 in Talkau. Von Januar '91 bis August '91 hatten wir den Spanier Herrn Sole als Ausbilder. Herr Sole war Cellist und tat sich mit der Blasmusik etwas schwer.
Nach dem Fall der Mauer bemühten wir uns, in Kontakt mit einer Kapelle aus der ehemaligen DDR zu kommen. Durch Vermittlung einer großen Zeitung und des Fernsehens bekamen wir die Adresse der Schwarzheider Musikanten. 1991 waren wir in Lauchhammer zu Besuch bei den Schwarzheidern. Wir schlossen gleich Freundschaft und waren uns mit ihnen einig, daß wir in Kontakt bleiben wollen. In der Zwischenzeit haben wir uns mit den Schwarzheidern auch schon wieder in der damaligen Tschechoslowakei getroffen und ordentlich zusammen gefeiert. In diesem Jahr kommen sie zu einem Gegenbesuch zu uns.
Seit Oktober 1991 führt Kurt Goy aus Reinbek den Taktstock bei uns. Kurt ist ein Musiker alter Schule. Er bekam auch schnell heraus, daß es bei vielen von uns mit der Technik noch etwas im Argen liegt. Jetzt wird die erste halbe Stunde auf jedem Übungsabend fleißig Notentechnik geübt. Der Erfolg gibt ihm recht. Seit Kurts Amtszeit ist der Klangkörper doch schon um einiges besser geworden.
Tradition sind auch schon die Theateraufführungen unseres Musikzuges geworden. Hier wird die niederdeutsche Mundart gepflegt. Auch bei diesen Veranstaltungen zieht die Jugend voll mit. Wir sind von jeher bemüht gewesen, einen guten Kontakt zur Jugend aufrecht zu halten. Aber leider ist es gerade jetzt schwierig geworden Nachwuchs zu werben. Deshalb würden wir uns freuen, wenn sich auch in Jahr 2015 neue Musikinterresierte bei uns melden würden.

Der Förderverein JMFT kümmert sich erstklassig um die Wünsche der Musiker!




Musikzugführer: Hendrik Büthow ist in Sachen Musik in Talkau der Ansprechpartner